VR Brillen im Test

VR Brillen im Test

3D war gestern. Der Trend geht zu Virtual Reality!

Naja ganz so weit sind wir noch nicht. Seit einiger Zeit ist das Thema VR aber sehr gefragt. Das liegt vor allem an den neu aufgetauchten VR Brillen. Es gibt sie als kostenlose Beigabe zu Smartphones, als Werbegeschenk oder – etwas hochwertiger – zu kaufen.

Jedoch muss man hier klar unterscheiden.

Es gibt die VR Brillen für Smartphones, bei denen das Telefon die meiste Arbeit übernimmt und die Brille an sich nur die grobe Hardware liefert. Und dann gibt es die hochentwickelten VR-Systeme für PC, PlayStation und so weiter. Diese spielen jedoch in einer ganz anderen Liga.

In diesem kleinen Test soll es um die VR Brillen für Smartphones gehen. Dabei werden auf das Telefon verschiedene Apps geladen, die im Zusammenspiel mit den VR-Brillen ein visuelles VR-Erlebnis erzeugen. Eine sehr einfache und günstige virtuelle Realität also.

 

Funktionsprinzip

Die Smartphone-Apps für VR Brillen gibt es für verschiedene Anwendungen. Wie zum Beispiel einen Weltraumflug, eine Achterbahnfahrt, einen Höhlenspaziergang oder berühmte Sehenswürdigkeiten im 360° Foto zu bestaunen.

Dabei splittet sich das Display in zwei Hälften. Für jedes Auge eine. Ich habe mal versucht einen Screenshot zu machen (die schwarzen Balken rechts sind normalerweise nicht im Bild).

VR-Brillen

Durch die in den VR-Brillen integrierten Linsen und eine unerklärliche Gabe des menschlichen Gehirns, sehen wir beim Hindurchschauen nur noch ein großes Bild.

Das war es dann auch schon 😉

Ganz so einfach ist es aber nicht. Das besondere ist nicht nur das große Bild über unser komplettes Sichtfeld. Bewegen wir nun unseren Kopf, wandert es im 360° Stil mit. Der im Smartphone integrierte Bewegungssensor erkennt die Bewegung und steuert so das Bild.

Wir können also während der Achterbahnfahrt auch mal nach unten oder nach links schauen. Im Kino geht das nicht. Da sehen wir dann nur unseren Nachbarn wie er genüsslich Popcorn mampft…

 

Zwei VR Brillen im Test

Das Internetportal Verbraucherwelt.de war so freundlich, mir zwei aktuelle Modelle für einen Test zur Verfügung zu stellen. Damit wollen wir einmal schauen, ob sich diese VR-Technik auch zum spielen eignet.

Das wäre einmal das Model Magic Cardboard V2 von Google. Diese „Pappversion“ kostet im Handel ca. 12,- Euro. Gerade Google hat damit den Trend um VR Brillen maßgeblich beeinflusst. Während andere Hersteller noch an einem Komplettsystem tüftelten, hatte Google die Methode mit dem Smartphone auf den Markt geschmissen.

TEST_VR2

Mit der Smartphone-App „Cardboard“ (ebenfalls von Google) kann man sogar alle anderen VR-Apps verwalten und diverse Einstellungen zur verwendeten Brille machen. Da sich die Brillen in den Dimensionen oft unterscheiden, trägt jedes Modell einen QR-Code. Diesen scannt man einfach mit der App ab und schon sind die richtigen Einstellungen übernommen.

Zusammengebaut ist die Brille schnell. die Verpackung ist so eine Art Streichholzschachtel-Prinzip. Mit Klettverschlüssen, Gummi- und Schaumstoffband ist sie in einer Minute startklar.

Ja und mehr ist zu diesem Modell nicht wirklich zu sagen. Natürlich ist noch ein breites Gummiband dabei, um die Brille am Kopf zu halten. Leider ist es viel zu kurz für meinen Quadratschädel. Wie man sieht, hatte ich es aus diesem Grund sogar auf dem Foto vergessen.

Kommen wir zum zweiten Modell… 

Das HooToo 3D VR Heatset bietet da schon etwas mehr Komfort. Für ca. 30,- Euro ist sie Preishit und Bestseller unter den VR-Brillen.VR BrillenNeben der offensichtlich hochwertigeren Bauweise, bietet dieses Modell noch einige Extras. So kann zum Beispiel jede Linse einzeln in der Schärfe justiert werden. Auch der Pupillenabstand der Augen lässt sich einstellen. Und selbst für das Smartphone gibt es einstellbare Halterungen, sodass hier nichts verrutscht. 

TEST_VR5Auf der anderen Seite zeigt sich eine wirklich tolle Verarbeitung! Das Polster für das Gesicht ist angenehm weich und bequem. Auch die Riemen schmiegen sich quasi dem Kopf an. Hat man die Brille einmal auf, spürt man sie kaum noch. Das ist vor allem auch dem geringen Gewicht der Brille zu verdanken.

VR Brillen

 

Die Testbedingungen

Kommen wir aber nun zur Praxis. Getestet wurde das VR-Erlebnis mit einem Sony Xperia Z5 Compact. Hier zeigt sich schnell, dass ein großes Handy wie zum Beispiel ein HTC M8 besser wäre. Denn durch das kleine Display kann ich ein kleines Bisschen Rand sehen, während ich die Brille auf habe.

Folgende Apps habe ich mir geladen:

Zu den einzelnen Apps möchte ich gar nicht viel schreiben. Das würde den Rahmen sprengen und hat auch nicht direkt was mit dem Test der Brillen zu tun.

 

Zum VR-Erlebnis

Grundsätzlich ist das eine ganz witzige und unterhaltsame Sache. Für mich war es die erste Erfahrung mit VR-Apps. Das verrückteste war hierbei die Achterbahnfahrt. Ich empfehle jedem der diese App nutzt, sich zu setzen. Das Gehirn spielt hier so verrückt, dass stehen zur Gefahr werden kann 🙂

Wer sich aber nicht gerade das erste Mal mit digitalen Medien beschäftigt, verliert hier mit Sicherheit schnell die Lust dran. Die Grafik der einzelnen Apps ist nicht gerade der Brüller und natürlich von der Auflösung des Smartphone-Displays abhängig. Die großen VR-Systeme haben hier Auflösungen von 2160×1200 Pixel und mehr. Ein Smartphone meist nicht einmal HD-Auflösung.

Als wirkliches Spielen kann man das aber nicht bezeichnen.

Die Steuerungselemente beschränken sich auf den Blick und einen in der Brille integrierten Magnetschalter (bei beiden Modellen).

Das heißt, schaue ich zum Beispiel einen Menüpunkt eine gewisse Zeit an, gilt er als „aktiviert“. Bei der Weltraumschlacht steuere ich mit meinem Blick die Richtung des Bordgeschützes. Es feuert jedoch ständig…

Mit dem Magnetschalter könnte man eher etwas wie Spielen anfangen. Keine App nutzte diesen jedoch sinnvoll. Ich fand es eher überraschend, dass das Handy überhaupt bemerkt, wenn sich in unmittelbarer Nähe ein Magnet hin und her bewegt. Kann das jedes Handy?

 

Fazit

Ich für meinen Teil sehe diese VR Brillen in Verbindung mit dem Smartphone als lustige Spielerei. Aber noch weit entfernt vom Spielen. Richtige Gamer legen sich also eher ein HTC Vive oder Oculus Rift zu.

Zu meinen zwei Testobjekten kann ich natürlich ein Ergebnis verkünden.

Die Magic Cardboard V2 ist eigentlich absoluter Quatsch. Bekomme ich so ein Teil geschenkt, ist es ganz witzig, damit in die VR-Welt zu schnuppern. Mehr auch nicht.

Sie sitzt schlecht auf dem Gesicht und die Kanten der Pappe sind auch recht unangenehm auf der Haut. Außerdem kommt dadurch zu viel Licht in die Augenkammer (kann man das so nennen?).

Ein weiterer Minuspunkt ist der Tragegurt! Die Länge reicht gerade mal für einen Kinderkopf. Ich musste die Brille also mit der Hand halten.

Ach ja und damit das Hände seitlich nicht herausfällt, wird es mit einem billigen Gummi fixiert. Fast schon lächerlich…

Mit dem HooToo 3D VR Heatset ist für einen Aufpreis von ca. 15 Euro jeder Cent wert! Wie schon beschrieben sitzt sie toll, bietet viele Einstellmöglichkeiten und hat ein geringes Gewicht.

Einzig die verstellbaren Linsen habe ich nie ganz verstanden. Bei einer App war das Bild mal scharf, dann wieder nicht. Auf welcher Position der Einstellung ich mich gerade befand, war auch nicht zu erkennen.

Ich spreche mich also klar für ein Model der gehobenen Qualität aus.

Eine Übersicht aller verfügbaren VR Brillen, inklusive Testwertungen und Vergleichsdaten hat mein Testobjekt-Sponsor, Verbraucherwelt.de unter diesem Link, zusammengestellt.

Nochmals vielen Dank für die zur Verfügung gestellten VR Brillen. Und nun viel Spaß mit deiner ersten VR-Brille!

8 Kommentare

  1. Bin gespannt, wann endlich der echte Durchbruch in die VR Welt kommt. Das wird der absolute Wahnsinn. Heutige Brillen sind wohl eher noch Spielerei.

    Antwort
  2. Guten Abend,

    ein gelungener Artikel, ich finde es gut, dass du sogar 2 Produkte selbst getestet has
    t!
    Eventuell könntest du in einem anderen Artikel darauf eingehen ob von VR Brillen wie sie zurzeit im Einsatz sind Gefahren z. B. für die Augen ausgehen, also ob es schädlich ist das Display so nah vor dem Auge zu haben.

    Grüße 🙂

    Antwort
  3. Ich denke, in spätestens 1 -2 Jahren schafft VR seinen richtigen Durchbruch. Glaube auch nicht, dass es nur ein Trend wie damals die Wii wird, dazu hat es zu viel Potenzial.

    Antwort
  4. Schöne Test, die beiden Brillen schaue ich mir auch mal an! 😉

    Antwort
  5. Habt ihr die Brillen selbst im längeren Einsatz? Ich glaube man kann den Spaß schnell daran verlieren, oder?

    Antwort
  6. Das Magic Cardboard oder ähnliche Brillen, sind ausgezeichnet um in der VR Welt einzusteigen und die grobe Technik dahinter zu verstehen. Sehr guter Artikel ebenfalls gut geeignet für alle die an der VR Welt interessiert sind.
    Vielen Dank!

    Antwort
    • Danke. Ja wie du sagst. Um zu verstehen, wie sich das Ganze anfühlt ok. Mehr aber auch nicht 🙂

      Antwort

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