Vor einigen Jahren hatte ich einen Traum! Einen Gamer-Traum…
Mein Ziel war ein Triple-Screen-Setup, das nicht nur cool aussieht, sondern auch praktisch, clean und durchdacht ist. Nach einigen Umwegen und zahlreichen Trials & Errors wurde der Traum schließlich Realität – und in diesem Beitrag gebe ich einen Einblick in diesen Weg.
Inzwischen hat sich das ursprüngliche Traumsetup von selbst weiterentwickelt und ich kann mit Stolz sagen, dass ich sehr zufrieden bin. Bis jetzt…
Wäre da nicht diese relativ junge Technologie, die sich so langsam auf die Gaming-Monitore schleicht und dazu langsam bezahlbar wird. Diese Technologie, welche perfekte Kontraste und noch besseres Schwarz liefert. Diese Technologie, die Farben auf noch nie dagewesene Weise darstellen kann und noch sehr viel unerforschtes Potential bietet.
Die Rede ist von Organic Light Emitting Diode – kurz OLED.
In diesem Beitrag möchte ich einmal klären, was OLED überhaupt ist, wo die Vorteile liegen und warum ich so scharf auf dieses Thema bin.
Was ist OLED überhaupt?
Um es sehr simpel zu erklären: Während normale LCD-Panels wie IPS oder VA eine Hintergrundbeleuchtung über alle Pixel nutzen, strahlt bei OLED jeder einzelne Pixel selbst Licht ab.
Pixel, die dann beispielsweise ein Schwarz darstellen sollen, bleiben also einfach aus. Die Folge ist ein perfektes Schwarz, da es nicht durch die generelle Hintergrundbeleuchtung „vergraut“ wird.
Ein weiterer Effekt ist dabei diese unglaublich krasse Farbdarstellung sowie die Möglichkeit für sehr hohe Kontraste. Letzteres noch mit HDR kombiniert, muss wohl der absolute Overkill sein ;-)
Soviel zu den Hauptmerkmalen.
Daneben ergeben sich als Nebeneffekt noch Vorteile wie eine dünnere Bauweise der Panels sowie etwas flottere Reaktionszeiten. Beides ist jetzt nicht unbedingt unpraktisch und diese Vorteile nehmen wir doch als Gamer und Enthusiasten gerne mit!
Wo viel Licht ist, findet sich aber immer auch Schatten. Kommen wir also zu den Nachteilen, welche die OLED-Technologie so mitbringt:
- OLED-Monitore sind im Vergleich zu herkömmlichen LCD-Displays noch recht kostspielig. Während OLED im TV-Bereich schon länger etabliert ist, zahlst du auch dort mehr als für einen klassischen LCD-Fernseher. Allerdings unterscheiden sich Fernseher und PC-Monitore deutlich in ihren Anforderungen: Höhere Pixeldichte, Bildwiederholraten und schnelle Reaktionszeiten machen die Technik für den Monitorbereich komplexer – und entsprechend teurer.
- Durch die komplexe Bauweise aus organischem Halbleitermaterial, verschleißen die Pixel mit der Zeit und verlieren somit an Farbqualität und Leuchtkraft. Jedoch ist die Technik schon so weit optimiert, dass man als „normaler“ Nutzer kaum diesen Punkt erreicht.
- Auch das Thema des Einbrennens (burn-in) kommt bei OLED wieder auf. Im TV-Bereich zeigte sich das durch die typischen Senderlogos oben links oder rechts, die dauerhaft eingeblendet werden. Aber auch hier steuern die Hersteller mit technischen Maßnahmen dagegen. Zum Beispiel durch „Pixel-Shift“ – hier wird bei dauerhaften Darstellungen einfach zwischendurch auf die Nachbarpixel gewechselt. Optisch nicht wahrnehmbar.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Auch wenn die OLED-Technologie gewisse Nachteile mit sich bringt, sind diese in meinen Augen gut vertretbar – zumal die Vorteile klar überwiegen. Hinzu kommt, dass das Entwicklungspotenzial enorm ist und viele dieser Einschränkungen bereits heute durch neueste Geräte zunehmend in den Hintergrund treten.
WOLED und QD-OLED
Ob ASUS, AOC, Sony, Philips, Panasonic, Dell, MSI oder viele weitere Marken. Alle davon führen zwar Monitore mit OLED-Technik. Die Panels darin (also das Herzstück) kommen aber nur von zwei großen Marktführern im europäischen Bereich: LG und Samsung
Und daher kommen auch die Unterschiede, denn LG entwickelt und produziert WOLED-Panels und Samsung schreibt sich die QD-OLED Technik zu. Beide bieten besondere Merkmale und Eigenheiten, die sich ebenfalls etwas unterscheiden:
WOLED
… steht für „White OLED“ und wieder der Name schon sagt, erzeugen hier weiße OLED-Pixel das Licht. Dieses weiße Licht wird durch Farbfilter geleitet, um die entsprechenden Farben darzustellen.
Dieses Prinzip ist etabliert, erprobt, energieeffizient und verhältnismäßig langlebig. Der Nachteil dabei ist, dass die Farben nicht ganz so brillant wie bei QD-OLED sind, da die Farbfilter etwas von der Helligkeit schlucken. Im Vergleich zu herkömmlichen LCD-Panels aber immer noch ein gewaltiger Fortschritt!
QD-LED
… steht für „Quantum Dot OLED“ und vereinfacht gesagt, erzeugen hier blaue OLED-Pixel das Licht. Die sogenannten Quantum Dots erzeugen die fehlenden Rot- und Grüntöne, um das volle Farbspektrum zu erhalten.
Dieses Prinzip erzeugt wie bereits erwähnt extrem hohe Farbsättigung. Außerdem ist mehr Helligkeit möglich (Stichwort HDR) und auch der Blickwinkel ist weiter. Aber: Die Technik ist noch sehr frisch und deshalb teurer als WOLED. Hinzu kommt eine teilweise kürzere Lebensdauer der Pixel gegenüber der anderen Technik.
FAZIT
Wenn man also etwas genauer hinschaut, ist der Markt der OLED-Technologie gar nicht so kompliziert. Richtig anstrengend wird es dann, das richtige Modell mit entsprechenden Zusatzfeatures zu finden. Also welche Oberfläche (matt, halbmatt, glossy) soll der Bildschirm haben? Welche Anschlüsse? Welche Zusatztechnik (G-Sync/Free-Sync, KVM)? Welche Bildwiederholrate, Auflösung und Pixeldichte?
Hier muss man ganz genau abwägen, wie der künftige Monitor genutzt wird und vor allem auch wo. Herrscht zum Beispiel dauerhaft kontrollierbares Licht oder könnte ein Fenster mit Reflexionen stören. Bin ich eher der kompetitive Zocker, bei dem jedes FPS zählt oder erfreue mich lieber an bedingungsloser Pixelpracht?
Für mich steht fest: Ich werde in den nächsten Monaten auf OLED umsteigen!
Aber auch ich muss mich nun in den Dschungel der Modellvielfalt begeben und prüfen, was zu meinen Bedürfnissen passt. Vom Gefühl her, schwanke ich zur bewährten WOLED-Technik aber wir werden sehen…
Wichtig: Wenn du heute einen OLED-Monitor kaufst, sollte er nicht vor 2024 in den Shops gelistet worden sein. Die Modelle davor weisen noch weniger die aufgezählten Gegenmaßnahmen in Sachen Langlebigkeit, Effizienz und Burn-in auf.
