Der AOC Q27G4X HDR Gaming-Monitor im Test

AOC Q27G4X

In diesem Beitrag werden Marken und Produkte genannt, gezeigt oder verlinkt. In Einzelfällen werden mir auch Testmuster zur Verfügung gestellt. Die deutschen Gesetze verlangen, dass ich in diesem Fall auf WERBUNG hinweise. Du kannst dir sicher sein, dass meine Meinung dadurch nicht beeinflusst wird… 

Vor einigen Jahren erfüllte sich mein persönlicher Traum vom eigenen TRIPLE SCREEN SETUP mit drei 24 Zoll Monitoren. Damals dachte ich, mehr brauche ich nicht.

Dann folgte für den mittleren Hauptmonitor ein 27 Zoller (AOC Q27G2S) mit WQHD-Auflösung und wieder dachte ich, mehr brauche ich nicht…

Nun tippe ich die ersten Zeilen meiner Review zum AOC Q27G4X, der – so viel kann ich schon einmal verraten – den bisherigen Hauptmonitor ersetzen wird.

Und dieses Mal bin ich mir sicher: Mehr brauche ich nicht ;-)

Der AOC Q27G4X im Test

Das Modell Q27G4X würde ich in Sachen Preisklasse, Leistung und Features als Nachfolgemodell von meinem bisherigen Q27G2S aus dem Jahr 2020 einordnen. Aus diesem Grund werde ich in dem folgenden Test auch immer wieder Vergleiche ziehen.

Neben den üblichen technischen Merkmalen wie Bildwiederholrate, Auflösung oder Reaktionszeit, bringt der AOC Q27G4X ein ganz besonderes Feature mit: Er ist offiziell VESA HDR 400 zertifiziert und damit auf Einsteiger-Ebene HDR-tauglich.

Darauf bin ich besonders gespannt!

Ersteindruck

Inzwischen ist auch bei AOC die nachhaltige Verpackung angekommen. Keine Spur von Styropor und nur dort Kunststoff, wo es nicht zu vermeiden ist. Soll heißen, die übliche Styroporeinlage wurde durch geformte Eierschachtel-Pappe ersetzt. Hier und da noch ein Folienbeutel für Kabel, etc.

Das finde ich gleich aus zwei Gründen super: Zum einen ganz klar der Umweltgedanke und zum anderen muss ich dieses blöde Styropor nicht zerkleinern und in den gelben Sack stopfen. Das gesamte Verpackungskonstrukt geht – wie es ist – zum Altpapier.

Nun aber zum Monitor… 

Wie es scheint, hat sich AOC von den oft bemängelten, roten Akzentstreifen verabschiedet. Der komplette Monitor inkl. Standfuß ist in einheitlichem Schwarz gehalten. Auch der Standfuß-Sockel wirkt nun wieder etwas reifer und nicht so verspielt wie zuletzt.

Ansonsten bleibt nicht viel für den Ersteindruck übrig. Verarbeitung gewohnt gut, Design zurückhaltend neutral.

Da ich bekannterweise meine Monitore über eine Wandhalterung nutze, fällt mir auch sofort wieder auf, dass die Schrauben für die Halterung bereits in den Gewinden stecken. Sehr nette Geste von AOC an Wandhalter-Freunde :-)

Der Lieferumfang ist ebenso Standard: 1x HDMI-Kabel, 1x DP-Kabel und 1x Stromkabel. Dazu etwas Papierkram.

Nach einem Blick auf die Anschlüsse bleibt mir auch nicht mehr zu sagen als OK, passt. Besondere Extras wie z.B. ein USB-Hub gibt es nicht.

AOC Q27G4X (back)

Technische Daten im Vergleich

Mit einem Marktpreis von aktuell 250,- Euro positioniert sich der AOC Q27G4X leicht über den 27 Zoll QHD-Einstiegsmodellen und ist abgesehen von unbekannten Billigmarken angesichts seiner Features recht günstig.

Gerne möchte ich die wichtigsten Merkmale einmal inkl. Vergleich zum Vorgängermodell (aktuell ca. 210,- Euro) übersichtlich darstellen:

Merkmal Q27G4X Q27G2S
Modelljahr 2024 2020
Auflösung 2560×1440 px 2560×1440 px
Frequenz 180 Hz 165 Hz
Panel Fast IPS IPS
Beleuchtung W-LED W-LED
Reaktionszeit GTG 1 ms 4 ms
Reaktionszeit MPRT 0,5 ms 1 ms
Kontrast 1000:1 1000:1
Helligkeit 450 cd/m² 350 cd/m²
Stromverbrauch 29 Watt 26 Watt
HDR VESA HDR 400 HDR Ready
Gewicht (ohne Fuß) 3,4 kg 4,5 kg
Sichtbarer Rand 7 mm 8 mm

Der sichtbare Rand ist eine von mir selbst erfasste Kennzahl. Dabei messe ich den Abstand vom letzten Pixel des sichtbaren Bildes bis zur Außenkante des Gehäuses. Finde ich ganz wichtig für die Planung von Multi-Screen-Setups.

Das fiese ist nämlich, dass der sichtbare Kunststoff-Rand nur wenige Millimeter ausmacht. Auf der „Mattscheibe“ kommen dann aber nochmal einige Millimeter hinzu. Also den sichtbaren Rand immer mit Bild messen ;-)

Mit den technischen Spezifikationen im Vergleich wird deutlich, dass sich in 4 Jahren deutlich etwas in Sachen Gewicht getan hat. Und wie wir sehen, handelt es sich beim Testobjekt um ein wirklich schnelles IPS-Panel. Ob nun „fast IPS“ seitens AOC eher ein Werbebegriff ist oder nicht, weiß ich nicht. Fakt ist, wir haben hier ein schnelles IPS-Panel. Mehr ist nicht wichtig.

Ich denke der größte Unterschied zeigt sich in der Bildfrequenz und der maximalen Helligkeit, wodurch der AOC Q27G4X auch seine VESA-Zertifizierung erhält. Der Vorgänger hat zwar einen HDR-Ready Modus. Dies ist aber so ein Ding wie früher bei den TVs mit HD Ready. Also nö.

Wie bei dieser AOC-Serie gewohnt, lässt sich der Bildschirm am Standfuß auch in alle Richtungen neigen, schwenken, kippen, ist höhenverstellbar und auch pivotfähig.

Der erhöhte Stromverbrauch ist übrigens der Maximalwert und nur bei aktiviertem HDR richtig. Unter gleichen Einstellungen verbraucht der G4X sogar weniger als das Vorgänger-Modell.

Einrichtung des AOC Q27G4X

Was könnte ich schon groß zur Einrichtung eines Monitors schreiben? Nicht viel, das ist klar. Jedoch muss ich an dieser Stelle wieder einmal loswerden, dass die Bedienungstasten inkl. der Menüführung von Monitoren ALLER Hersteller einfach beschissen ist. Da macht AOC keine Ausnahme.

Was bei diesem Modell leider erschwerend hinzukommt: Bei aktivem OSD-Menü werden zwar die Tasten nochmals dargestellt. Sie liegen aber nicht direkt darunter und verwirren zusätzlich! Wie oft habe ich den Monitor aus Versehen ausgeschaltet…

Das OSD-Menü selbst ist beim Q27G4X ganz nett aufgebaut. Am oberen Rand erhält man die wichtigsten Informationen wie Auflösung, Bildrate, Spielmodus, Helligkeit und Eingangsquelle auf einen Blick. Die vertikale Anordnung des Menüs lässt sich in diesem Fall sogar intuitiver Bedienung. Soll kein Lob für die Tasten sein ;-)

Zum Glück gibt es von AOC ja aber G-MENU. Eine Software, mit der du deine Monitore (von AOC) bequem per Maus einstellen kannst. Hin und wieder kommt es vor, dass manche Optionen im G-MENU nicht vorhanden sind und anders herum. Aber die wesentlichen Optionen sind da. Einer der Gründe, warum ich ausschließlich AOC bevorzuge. Ganz ehrlich!

AOC Q27G4X (OSD)

Das erste mal HDR mit Windows 11

Kommen wir nun zum spannendsten Thema: Der High Dynamic Range. Bisher hatte ich weder im TV- noch im Gamingbereich damit Berührungspunkte. Einfach, weil die Geräte keine offizielle Unterstützung hatten.

Nach etwas einlesen ist schnell klar: HDR einfach nur einschalten ist nicht. Zunächst einmal muss dieses auch in Windows (in meinem Fall 11) aktiviert werden. Danach folgt die Einrichtung und Kalibrierung mit einer eigens von Microsoft bereitgestellten HDR-Kalibrierungs-App.

Diese durchlaufen, wird ein Farbprofil angelegt und schon erstrahlt der Desktop gefühlt brillanter, farbenfroher und weiß in richtigem weiß!

Videos in HDR gucken…

Voller Ungeduld getrieben, möchte ich also wissen, wie ein Video in HDR so ausschaut. Dazu findet sich schnell auf YouTube oder gängigen Streaming-Diensten ein entsprechender Inhalt.

Aber Achtung! Schmerzlich musste ich feststellen, dass nur Microsoft EDGE das Windows HDR-Signal verarbeiten kann. Nur dann, wird auch beispielsweise in einem YouTube-Video ein entsprechendes Symbol angezeigt. Bei gleichem Inhalt über Chrome passiert da gar nichts.

Auf jeden Fall wird der Unterschied sofort deutlich!
Was für ein tolles Bild!

Leider lässt sich das schlecht in einem Screenshot einfangen. Ist ja irgendwie logisch. Wenn das schon bei HDR 400 so geil ausschaut, wie kommt dann erst HDR 1000 oder 1400 rüber?!

Zocken in HDR…

Und jetzt geht der Spaß so richtig los. Welches meiner Spiele hat eigentlich HDR-Unterstützung? Und was muss ich dann einstellen?

Nach einem Blick auf die installierten Games wird schnell klar, nur die neueren AAA-Titel wie z.B. Starfield oder Cyberpunk 2077 können den Monitor mit echtem HDR-Signal befeuern. Also schauen wir doch in beide mal rein und laden so einen alten Spielstand. Im Spiel selbst gibt es dann in den Optionen jeweils eine HDR-Funktion zum aktivieren.

Und Freunde, mir ist wirklich fast die Kinnlade heruntergefallen!
WIE VERDAMMT GUT DAS AUSSCHAUT!

Wenn ich das nur einfangen könnte. Schattenbereiche werden natürlicher. Lichtquellen so hell, dass sie fast realistisch blenden und Farben wirken so was von lebendig! Einfach krass! Und das ist wie gesagt nur der 400er Standard.

Windows Auto-HDR

Aber ich will im Moment ja gar nicht Starfield oder Cyberpunkt 2077 zocken. Aktiv spiele ich derzeit mal wieder DayZ und wage mich nach vielen Patches wieder an Cities: Skylines II ran.

Für diese Spiele ohne HDR-Unterstützung gibt es eine ganz nette Sache von Windows, um auch hier in den Genuss von High Dynamic Range zu kommen. Sie nennt sich Auto-HDR.

Mit dieser Funktion erkennt Windows automatisch, wenn ein Spiel gestartet wird und aktiviert einen simulierten HDR-Effekt. Klingt erst einmal nach billiger Möchtegern-Kacke, ist aber ne echt gute Geschichte!

Klar, es ist kein Vergleich gegenüber den unterstützten Inhalten und die Funktion neigt dazu, das Bild etwas stark zu belichten. Diesen Effekt kann man aber justieren und nach 2-3 Wochen hatte ich meinen Sweet-Spot gefunden.

Seitdem spiele ich vor allem DayZ in Auto-HDR. Vor allem in den Nachtzeiten und Momenten tiefstehender Sonne wertet das extrem auf.

Zusammengefasst: Der Vesa HDR 400 Standard mag zwar ein Einsteiger-Ding sein. Der Effekt von nichts zu 400 ist aber schon sehr gewaltig. Daher würde ich ab sofort immer wieder zu einem Monitor mit HDR greifen.

Der Alltag mit dem Q27G4X

Bei meinen Reviews teste ich meist etwas länger als andere Kollegen und schaue dann auch besonders auf die Praxis im Alltag. Viele Dinge fallen eben meist dann erst auf.

Die letzten 4 Wochen hatte ich den Monitor also in mein Setup integriert und folgendes ist mir dabei aufgefallen:

Scharfes Bild: Im direkten Vergleich erhalten wir ein super scharfes Bild, was wohl an der hohen Pixeldichte von ca. 109 ppi liegt

Reaktionszeit: Ich konnte den Unterschied von 0,5 ms zu 1,0 ms (MPRT) bzw. von 1 ms zu 4 ms (GTG) nicht sehen. Aber es fühlt sich gut an zu wissen, dass er es kann!

Adaptive Sync: Obwohl das Vorgänger Modell ebenfalls diese Sync-Technologie ausgestattet hatte, harmoniert der Q27G4X besser mit meiner Grafikkarte. Beispielsweise konnte ich DayZ vorher nie im Fenstermodus ausführen und trotzdem die Bildwiederholrate damit steuern.

Stand-by: Es kam während dem Test einmal vor, dass der Monitor in den Stand-by Modus ging und dann nicht mehr aufwachte. Ein weiteres mal nachstellen konnte ich das jedoch nicht.

Bildfrequenz: Immer schneller klingt zwar ganz toll – aber persönlich würden mir 144 Hz einfach reichen. Zum einen zocke ich niemals mit mehr Bildern, andererseits wage ich zu bezweifeln, dass darüber noch ein sicht- und spürbarer Unterschied ist. Vom Stromverbrauch ganz zu schweigen. Aber kann man ja einstellen.

Design: Das schlichte und nahezu randlose Design eignet sich bestens für Multi-Monitor-Setups.

Intelligentes Fadenkreuz: Wer auch immer dieses (überflüssige) Gaming-Feature von einem künstlich eingeblendetem Fadenkreuz nutzt. Es ist aber schon cool, dass es nun die Farbe auf Basis des Hintergrunds ändern kann ;-)

Gesamteindruck & Fazit zum AOC Q27G4X

Mehr Geilheit für diesen Preis geht nicht! Dieser Satz fällt mir spontan ein, wenn ich über ein Fazit nachdenke.

Natürlich gibt deutlich bessere Monitore bis hin zum High-End Bereich. Aber für 250-300 Euro (je nach Angebot) ein WQHD-Display mit 180 Hz, Fast IPS-Panel, HDR 400 Standard und allen genannten Features musst du lange suchen.

Von meiner Seite aus eine klare Kaufempfehlung in diesem Preisbereich! Mehr gibt es nicht zu sagen. Außer, dass der Q27G4X nach dem Test im Setup verbleibt…

Sonderpreis!
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Das ist der Hammer!

  • Vesa HDR 400 Standard
  • sehr schmaler Rand
  • schnelles IPS-Panel

Das nervt...

  • OSD-Menü Bedienungsknöpfe (wie immer)
9

Überragend

Verarbeitung, Haptik und Design - 9
Ausstattung & Features - 8
Bildqualität - 9
Preis-Leistungs-Verhältnis - 10
Gesamteindruck - 9

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