10 Dinge, die sich für Gamer ab 30 ändern

Gamer ab 30

Vor einigen Tagen besuchte ich zur Mittagspause ein bekanntes Burger-Schnellrestaurant.

Dort hatte ich das Vergnügen, zufällig einer Unterhaltung beizuwohnen: Zwei junge Männer (ca. 14-15 Jahre alt) diskutierten aufgeregt am Nachbartisch.

Sie waren PC-Gamer. 

Ihre Themen drehten sich um die Alltagssorgen von Gamern. Vielmehr um gewisse „Einschränkungen“, die sie am bedingungslosen Zocken abhalten.

Während ich meinen Burger schmatzte und meine Spiellust mit einem Monopoly-Gewinnspiel befriedigte, folgte ich schmunzelnd dem Gespräch der beiden.

Dabei fiel mir etwas auf. In den letzten Jahren hat sich einiges verändert. Die Ansichten, Probleme, Umstände und „Einschränkungen“ der beiden Jungs kann ich heute nicht mehr teilen.

Ich muss zugeben, ich war amüsiert über dieses Gespräch. Obwohl ich selbst Gamer bin.

Mittlerweile über 30 Jahre alt, sehe und erlebe ich DAS HOBBY Gaming total anders. Es hat sich verändert. Nicht ins Negative. Nur anders eben.

Was hat sich aber genau verändert?
Welche Veränderungen spüren Gamer ab 30?

Das möchte ich im folgenden Beitrag einmal klären…

Veränderung #1: Die Kumpels

Kannst du dich noch an die gute Schulzeit erinnern?

Jeden morgen vor der Schule oder in der großen Pause wurde diskutiert: Wer hat wie welches Level beendet. Welcher Endboss wurde besiegt. Und so weiter.

Jeder schmückte seine Geschichte etwas aus und neigte zur Übertreibung.

Es zockten damals alle die angesagten Titel zeitgleich. Meistens wurden diese auch zusammen gekauft und getauscht.

„Und auf welcher Erfahrungsstufe bist du? Ich bin jetzt auf 8!“ Der Andere: „mpfh… ich bin schon bei 12!“ Und diese Angeber gab es doch überall! Man selbst zockte rund um die Uhr und bis in die Nacht und DER soll bei 12 sein? DAS GEHT DOCH GAR NICHT!

Heutzutage werden die Gespräche über gemeinsame Gaming-Erfolge mit Freunden weniger.

Das hat jedoch nichts mit der Anzahl der Freunde zu tun. Es können oder wollen nur nicht mehr alle dieses Hobby verfolgen. Es kommt der Beruf, Familie, Freizeitstress und viele weitere Dinge dazu.

Und für uns Gamer ist es heute einfach ein Hobby, eine Leidenschaft oder ein „Steckenpferd“. Nicht JEDER im selben Alter geht AUTOMATISCH diesem nach. Der eine sammelt Briefmarken, der andere treibt Sport, usw.

Veränderung #2: Blut und Gewalt

Früher wurde Gewalt und Blut genauso zensiert wie heute. Obwohl es damals grafisch noch nicht so echt aussah.

Auf jeden Fall konnte es nie genug davon in den Spielen geben!

Wussten wir, es gibt eine „uncut“ Version, bewegte man Berge um an den sogenannten „Blut-Patch“ zu kommen. Ballerspiele, in denen die Gegner nur einschliefen, bewusstlos wurden oder verschwanden, waren Dreck.

Heute ist mir das ziemlich wurst!

Wenn ein Spiel gut ist (und heute ist GUT etwas anderes wie früher), muss das Blut nicht unbedingt an die Decke spritzen.

Wir suchen aus Angst vor Viren und Trojanern keinen Blutpatch im Netz. Wir hätten dabei viel zu viel Schiss, den legalen Weg zu verlassen. Wir bestellen uns auch keine UK-Version, nur um an die „uncut“-Version zu kommen.

Anspruchsvoll soll es sein und eine gewisse Spieltiefe und Qualität aufweisen.

Veränderung #3: Das Geld

Früher waren die Spiele irgendwie teurer. Zwar kosteten die Titel beim Erscheinungstermin mit Sicherheit weniger. Wie schnell die Spiele aber heute für einen Bruchteil des Preises auf den Pyramiden, im Steam-Sale oder auf Amazon landen, kann man kaum glauben.

Vergleiche mal die ersten 2-3 Verkaufswochen eines Spiels von früher mit heute. Schon ein bisschen anders oder?

Früher haben wir uns mit dem mäßigen Taschengeld, Zeitungsgeld, etc. gut überlegt, welchen Titel wir kaufen. Es wurde mit Mama oder Papa ein Deal geschlossen oder wir kauften Spiele mit Kumpels gemeinsam um Geld zu sparen.

Heute können wir uns GOTTSEIDANK aufgrund von Beruf und Einkommen jeden Titel kaufen, den wir haben möchten. Auch wenn uns die Lust am Media Markt Regal packt, ohne über die nötige Kenntnis von diversen Testberichten zu verfügen.

Fazit: Es landen viel zu viele Spiele im Pile of Shame!

Veränderung #4: Die Hardware

Stark mit dem vorigen Punkt verknüpft, jedoch erwähnenswert hat sich auch das Gefühl zur Hardware verändert.

Obwohl Grafikkarten, Prozessoren und RAM-Bausteine früher schneller unbrauchbar und alt wurden.

Die Technik machte noch riesen Sprünge und die Spiele wurden nicht mit Rücksicht auf die lahmen Konsolen entwickelt.

Trotzdem hatten wir nie mehr als die Mittelklasse! Selbst die letzte Testreferenz war noch um Längen besser als die eigene.

Was träumten wir von einem High-End-PC!

Da das ganze Taschengeld für Spiele drauf ging, war hier aber nur sehr selten eine Aufrüstung ist Sicht.

Heute geht das etwas besser.

Ich weiß noch genau, also ich mir das erste mal einen Traumrechner zusammengestellte und fast ein Jahr die High-End-Riege in PC-Games-Hardware anführte…

Veränderung #5: Die Eltern

Das kennt wohl jeder: „Willst du nicht lieber raus gehen bei dem schönen Wetter?“, „Noch eine Stunde, dann zieh ich den Stecker!“, „Mach erst deine Hausaufgaben!“, usw.

Gott wie hat das genervt!

Oder der hier: „Nein, du darfst nicht eine ganze Woche bei Max schlafen um ein Baumhaus zu bauen“

Ein Versuch war es Wert :-)

Heute ist das glücklicherweise nicht mehr der Fall.

Ich kann tun und lassen was ich will. Auf den Computer betrachtet, bin ich mein eigener Chef und kann von mir aus bis in die Puppen zocken. Mein Pech, wenn ich am nächsten Morgen auf der Arbeit vor Müdigkeit sterbe.

Veränderung #6: Ehrgeiz, Ungeduld und die Frustgrenze

Schon mal überlegt, wie die ersten Spiele gezockt wurden?

Früher konnte ich ein Spiel bis zur absoluten Vergasung spielen. Selbst eine Stelle, an der ich partout nicht weiter kam, wurde immer und immer wieder versucht.

Oder Adventures! Wie lange spielte ich an Monkey Island herum? Der Ehrgeiz war wohl um einiges höher. Oder war es einfach die Begeisterung dafür überhaupt spielen zu können?

Heute habe ich schon die Schnauze voll, wenn ich drei-, maximal viermal drauf gehe.

Die kostbare Zeit, die ich zum Spielen habe, möchte ich nicht mit endlosen Versuchen verballern.

Also Schwierigkeitsgrad immer so, dass es nicht zu schwer ist aber noch kein Spaziergang wird.

Und bei Adventures kommt dann doch mal der Griff zur Komplettlösung, falls ich nicht schnell genug die eigene Lösung für ein Rätsel habe.

Selbstverständlich nur zum schauen, ob ich das Rätselsystem verstanden habe.

Vielleicht liegt es auch an Google, welches uns in zwei Sekunden die Lösung präsentiert. Spiele erscheinen mir heute auf jeden Fall um einiges schneller langweilig oder eben frustrierend.

Veränderung #7: Titel in Originalsprache

Ein großer Vorteil zum heutigen Spielen ist die mit dem Lebensalter wachsende Sprachkenntnis.

In der fünften, sechsten Klasse waren wir aufgeschmissen, wenn ein Titel nur in Originalsprache – also Englisch – veröffentlicht wurde.

Die Spiele waren dann einfach nicht so zu erleben, wie sie es hätten sein sollen. Klar, man verstand ja auch nichts.

Und nicht falsch verstehen, damit meine ich die Spiele, die nicht einmal einen Untertitel hatten. Besonders bei komplizierten Aufbauspielen wurde das eben schnell frustrierend.

Heute geht das immer besser.

Durch Beruf, Alltag und Lebenserfahrung kann man sogar diverse Titel noch tiefer in Originalsprache erleben. Wenn zum Beispiel die deutsche Übersetzung oder Synchronisierung Mist gebaut hat.

Wobei ich persönlich trotz allem lieber voll übersetzte Spiele zocke…

Veränderung #8: Das Internet

Dieser Vergleich mag etwas hinken. Denn es war mit 14-15 einfach eine andere Zeit des Internets.

Damals war das ganze noch viel ruhiger und „offliniger“.

Es wurde in LAN-Parties zusammengezockt oder wenn schon online, dann über große Portale wie das Battle-Net.

Es gab einfach mehr Offline-Spiele, mit denen wir uns in Isolation stundenlang beschäftigen konnten.

…und trotzdem unseren Spaß hatten!

Veränderung #9: Die Zeit

Früher hatten wir alle viiiieeeeeel mehr Zeit verdammt!

Ich hatte so viel Zeit zum zocken, da war es mir manchmal „langweilig“ weil ich keinen Bock mehr zum zocken hatte.

Und das lag nicht nur an der Umstellung Schule/Beruf. Auch sonst gab es fast keine Verpflichtungen, Aufgaben oder Verantwortungen.

Heute ist das alles viel schwieriger.

Eigentlich haben wir für das allerliebste Hobby gar keine Zeit mehr.

Wenn da nicht der Wille wäre. Denn ich bin der Meinung, dass es immer die Möglichkeit gibt, ein bisschen zu spielen. Leute die sich einreden „Für sowas hab ich keine Zeit mehr“ wollen einfach nicht (oder haben es vergessen).

Selbstverständlich nicht wie früher 4-6 Stunden am Stück. Hier mal ne Stunde, da mal ne Stunde geht immer irgendwie.

Ganz wie es Mama und Papa früher gerne gesehen hätten :-)

Veränderung #10: Sicht fürs Wesentliche

Den letzten Punkt möchte ich der Wahrnehmung widmen.

Als pubertierender Jugendlicher fällst du schnell in die Stimmung, dass es zurzeit einfach nichts wichtigeres gäbe. Viele fallen heute noch tiefer und geben ihre sozialen Verbindungen komplett fürs Zocken auf.

Das ist nicht der Sinn des Spielens.

Früher habe auch ich mal einem Freund das Fußballspielen abgesagt, weil ich gerade in den Showdown eins guten Titels vertieft war. An dieser Stelle möchte ich mich im Übrigen dafür entschuldigen!

Aber trotz allem gab es immer wichtigere Dinge wie das Spielen (und wenn es noch so großartig Spaß macht): Freunde und Familie.

Ganz klar, heute kann man viel genauer unterscheiden, wo die Grenzen liegen und was eben manchmal wichtiger ist.

Fazit

Das waren sie nun. Die 10 Dinge, die heute anders sind.

Abschließend möchte ich mit diesem Beitrag auch eines sagen: Das Spielen, Zocken, Suchten, Gamen oder wie auch immer macht genauso Spaß wie früher. Es hat sich nur verändert. Ein wenig…

4 Kommentare

  1. Wor…du sprichst mir so aus der Seele ^^
    Wir sind in einem ähnlichen Alter – ich bin Baujahr 81 – und hab mich in deinem Text sooo wieder erkannt. Ich wollte eigentlich einen ähnlichen Artikel für meinen Blog verfassen, aber du hast tatsächlich schn alles gesagt was es zu sagen gab. Mein ganz großes Lob.
    Früher war zocken irgendwie noch was anderes….vielleicht weil einem die übrige Zeit noch nicht sooo kostbar war. ich weiß es nicht. Für mich war es damals auch eine Flucht…aber größtenteils einfach eine Faszination.
    Das erst Dark Forces…der erste Star Wars Shooter ab 18 ^^ oder in Mech Warrior 2 mit meinem eigenem Microsoft Force Feedback Joystick durch die Pampa zu stampfen (schade dass diese Geräte irgendwie vom Markt verschwunden sind…was gäbe ich für einen neuen Stick)
    Ich werde deinen Blog in Zukunft häufiger besuchen :)

    LG,
    Mila

    Antwort
  2. Hallo Mila,

    vielen Dank für deinen Kommentar!
    Ja die ersten Mech-Spiele waren schon irgendwie cool!

    Ich freue mich über deine zukünftigen Besuche!

    Antwort
  3. Den Beitrag neu veröffentlicht und dennoch ist er aktuell wie vor einem Jahr:) Bin mal gespannt, wie es in 10 Jahren aussieht. Zumindest bei mir hat sich zwischen 30 und 40 nix geändert. Sitze noch immer so viel am Rechner wie damals. Und das ist auch gut so. So lange man das Privatleben nicht vernachlässigt, ist es ein Hobby wie jedes andere auch.

    Antwort

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