Weisst du noch? Dark Reign

Vor Kurzem war mir etwas aufgefallen.
Es passierte bei einem meiner digitalen Spaziergänge durch die Rubrik „Weisst du noch?“

Bei (m)einer Zeitspanne von ca. 25 Jahren Gamer-Karriere gab es immer ein Genre, dass diese Zeit prägend begleitet hat: Die Echtzeit-Strategie. 

Und genau über dieses wunderbare Genre wurde in dieser Rubrik noch kein einziges Mal geschmökert. „Geht gar nicht“ dachte ich und schnell war der passende Titel gefunden:

Dark-Reign-Cover

Dark Reign – The Future of War

Und?
Kannst du dich noch an dieses Spiel erinnern?
Es gibt nun genau zwei Möglicheiten… 

 

Möglichkeit 1

Du hast keinen blassen Schimmer was das für ein komisches Spiel sein soll. Du hast es weder gespielt, noch davon gelesen oder davon gehört. In diesem Fall darfst du den nächsten Absatz überspringen oder einen anderen Artikel dieser Rubrik lesen. Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit bis hierher.

 

Möglichkeit 2

Allein bei dem Wort „Dark Reign“ hast du sofort ganz großes Kopfkino. Du erinnerst dich an grandiose Multiplayer-Momente, hast plötzlich Soundeffekte des Spiels im Ohr und es fallen dir typische Spezialeinheiten ein. Nebenbei überlegst du bereits, dieses Meisterwerk wieder aus dem Regal zu holen, um noch einmal zu installieren.

In diesem Fall gehörst du zu den wenigen Auserwählten, die dieses Spiel kennen- und lieben lernen durften. Du kannst dich glücklich schätzen! Nicht viele Spiele in den letzten Jahren hatten DAS, was Dark Reign hatte…

 

Die Fakten

Dark Reign wurde im Jahr 1997 von Activision veröffentlicht. Das Genre der Echtzeit-Strategie-Spiele hatte in dieser Zeit gerade Hochkonjunktur. Mit Systemanforderungen von 90 MHz der CPU und 16 MB Arbeitsspeicher müsste das Spiel heute sogar auf meiner Oral-B Zahnbürste laufen.

Mit einer durchschnittlichen Bewertung der großen Spielemagazine erreichte es damals eine Wertung von ca. 85 Punkten. Das klingt natürlich nicht nach einem Blockbuster. Die Bewertungen der großen Magazine sind ja aber auch nicht immer Maß der Dinge, wie wir wissen.

Einen großen Bekannheitsgrad erreichte das Spiel leider trotz guter Kritiken nie. Was vielleicht auch ein wenig daran lag, dass Kassenschlager wie Command & Conquer: Alarmstufe Rot und Age of Empires fast zur gleichen zeit die Runde machten.

Dark Reign

 

Neue Spielmechaniken

Was machte nun also Dark Reign zu einem solch einprägsamen Erlebnis?

Ganz Einfach.
Das Spiel hatte neue und innovative Spielmechaniken, die es bis zu diesem Zeitpunkt (meines Wissens) noch nicht gab. Dazu hatte das Setting sowie die Story genau den Nerv des Erfolgs getroffen. Schonmal aufgefallen, dass sich StarCraft (1998) gar nicht so sehr von Dark Reign unterscheidet?

Suchen & Zerstören (Search & Destroy)
Ich verstehe bis heute nicht, warum kein anderes Spiel diese geniale Befehlsoption hatte bzw. nie wieder in einem Spiel integriert wurde. Das kennt doch jeder: Der Gegner hat noch ein paar vereinzelte Einheiten oder ein kleines Gebäude auf der Karte stehen. Um ihn zu besiegen müssen aber ALLE restlos vernichtet werden. Jetzt suchst du dir natürlich einen ab. Nicht mit „Suchen & Zerstören“. Einmal eine Einheit damit befehligt, marschiert/fährt sie kontinuierlich über die Karte und sucht gegnerische Einheiten oder Gebäude. Genial oder? Selbst zu Anfang einer Partie kann dieser Befehl ein mächtiges Instrument sein.

Erkunden (Scout)
Klingt zunächst etwas „gewöhnlich“ aber kaum ein anderes Spiel dieses Genres übernimmt diesen Part der Kartenerkundung automatisch. Einfach eine Einheit damit beauftragen und schon deckt diese den Fog of War im Alleingang auf. Und das Beste daran: Bei Feindkontakt wechselt sie die Richtung und macht wo anders weiter (so fern sie den Kontakt überlebt).

Belästigen (Harass)
Der absolut coolste Befehl in Dark Reign! Eine damit angewiesene Einheit sucht die Karte nach Gegnern ab. Wird sie fündig, werden ein, zwei Schüsse abgegeben und schnell das Weite gesucht. Wird die Einheit nicht weiter verfolgt, wiederholt sie das Ganze. Ein strategisch hoch interessantes Mittel um den Gegner etwas zu beschäftigen, während du selbst in Ruhe weiter rüsten kannst.

Tarnen (Camouflage)
Diese Fähigkeit war zwar kein genereller Befehl, gewisse Einheiten konnte man aber rein äußerlich in einen Baum, einen Stein oder Ähnliches verwandeln. Irgendwo auf der Karte abgestellt, hatte man stets den Überblick, was der Gegner so treibt. Natürlich durfte man sich mit dieser Einheit im Sichtbereich des Gegners nicht bewegen oder feuern. Dann war es schnell vorbei mit der Überwachung.

Dark Reign

 

„ECHTE“ Strategie

Wie du auf dem oberen Bild erkennen kannst, gab es zu den genannten Befehlen noch eine Reihe an weiteren Einstellungen und Verhaltensregeln. Und genau diese Möglichkeiten machten Dark Reign zu einem „echten“ Strategiespiel.

In vielen anderen Titeln läuft es  – bis heute –  immer nach dem gleichen Prinzip ab. Das Spiel wird gewonnen, indem man schneller die größere und mächtigere Streitmacht rüstet. Einzige Ausnahme dabei sind Titel mit Helden und speziellen Fähigkeiten.

Aber mit diesen vielen Befehlen und Gemeinheiten konntest du deinen Gegner zur Weißglut treiben und durch Ablenkung oder Beschäftigung einen Vorteil erlangen.

Und das ist längst noch nicht alles.
Auch viele Einheiten waren für gewisse „unorthodoxe“ Vorgehensweisen im Kampf ausgelegt. So gab es z.B. eine Einheit mit der man Wasserquellen austrocknen konnte (eine wichtige Rohstoffquelle). Wollte man also verhindern, dass der Gegenspieler seine Rohstoffbeschaffung expandiert, musste man nur rechtzeitig alle Wasserquellen in dessen Gegend austrocknen. Die übrigen Quellen waren in der selben Zeit schnell mit Verteidigungsanlagen für die eigenen Interessen versorgt.

Ein weiteres Beispiel war der „Schockwellengenerator“. Ein Gefährt, dass auf größere Distanz eine Bodenwelle verursachte. Diese Welle schob sich dann, auf eine gewisse Breite und Weite begrenzt, durch die Karte. Geschickt positioniert konnte man so die Gebäude des Gegners aus sicherer Distanz enorm schädigen.

 

Und was wurde daraus?

Leider erreichte Dark Reign nie den Ruhm und den Umsatz, den es verdient hatte. Es folgte noch ein Add-on mit dem Titel „Rise of the Shadowland“ (heute würde man DLC sagen). Einen zweiten Teil gab es im Jahr 2000 ebenfalls. Dieser wollte mit innovativer 3D-Grafik überzeugen, führte bei mir aber eher zu Unübersichtlichkeit und Brechreiz. Auch in den Magazinen lautete der Tenor wieder nur „Gut“ und da es die große Zeit von StarCraft und Age of Empres II war, verlor sich der Titel wieder mal im Schatten der Marktriesen.

Falls du nun Lust bekommen hast.
Dark Reign gibt es natürlich noch bei Plattformen wie gog.com.
Hier lässt es sich spielbar auf aktuellen Systemen downloaden. 

 

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3 Kommentare

  1. Das hatte ich damals auch, aber ich glaube, ich habe es nie sehr weit gespielt. Vielleicht sollte ich das irgendwann noch mal herauskramen 🙂

    Antwort
    • Warum nicht… Nur wenn, dann sollte schon ein Multiplayer-Spiel dabei sein. Die Solokampagne reisst heute niemand mehr vom Hocker 🙂

      Antwort

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